„Ich wollte da unbedingt mitmachen, da stand das Thema des Wettbewerbs noch gar nicht fest“, lacht die 17-Jährige. „Da war ich noch in der 10. Klasse, habe meine Geschichtslehrerin kontaktiert und dann haben wir uns da angemeldet.“ Auch das Thema „Grenzen“ hat sie dann nicht abgeschreckt. Viele Grenzen seien im Alltag gar nicht sichtbar, sagt sie. Oder sie werden zu wenig thematisiert. So wie die Oder-Neiße-Grenze – ein Thema, sagt Maren, das gerade für die Deutschen häufig ein eher unangenehmes sei. Es ist verbunden mit Flucht und Vertreibung, die Oder-Neiße-Linie sei eine Grenze ohne Tradition. Sie hat schließlich einen sehr persönlichen Zugang dazu gefunden: „Wir Enkel haben von unserem Opa ein Ahnenbuch bekommen. Und da bin ich auf die Fluchtgeschichte meiner Familie gestoßen“, berichtet sie und wird plötzlich ernst: Ihre Urgroßmutter Anneliese habe ein Tagebuch bei der Flucht aus Pommern geführt, das als eine Grundlage für Marens schließlich 52-seitige bebilderte und mit Karten ergänzte Ausarbeitung gedient habe. Zusätzlich habe sie Interviews mit einer Großtante geführt, alte Fotografien gesichtet und allgemeine Quellen zur Flucht über die Oder-Neiße-Linie herangezogen. „Und wir mussten einen Arbeitsbericht einreichen, wie wir vorgegangen sind“, ergänzt sie. Die Fluchtgeschichte aufzuarbeiten war nicht nur Wettbewerbs-, sondern auch ganz konkrete Arbeit an der Familiengeschichte. Plötzlich werden die Grenzen real. Orte, Städte, Demarkationslinien, aber auch ganz persönliche Grenzen, körperliche und seelische. Mit drei Kindern war ihre Urgroßmutter auf der Flucht aus Hinterpommern. Und bald stieß Maren noch auf eine weitere Grenze: „In Rostock hat mein Opa dann Oma kennengelernt. Da war dann sofort auch die innerdeutsche Grenze ein Thema.“ Doch noch vor der Grenzschließung zog der Opa mit seiner Frau Richtung Westen weiter. Eine neue Grenze, eine neue Flucht, eine weitere Trennung. „Die deutsch-deutsche Grenze war die letzte Grenze meiner Uroma Anneliese. Für sie ging es ganz wörtlich ‚bis hierhin und nicht weiter‘“, berichtet Maren mit Verweis auf das Wettbewerbsthema. Weder, um in Rostock zu heiraten, noch zur Beerdigung seiner Mutter habe der Großvater anschließend wieder in die DDR einreisen dürfen.
Marens Mutter ist dann schon in Niedersachsen aufgewachsen, wo auch Maren heute lebt und das Barsinghäuser Gymnasium besucht. „Opa war vielleicht 10 Jahre alt, als meine Uroma mit ihm geflohen ist. Und er ist währenddessen schwer erkrankt. Hätten sie es nicht über die Grenze in ein neues Leben geschafft, gäbe es uns Enkel heute nicht.“
Betreut wurde sie bei der Erarbeitung von Geschichtslehrerin Elena Wirausky. Die beiden blieben vor allem per Mail in Kontakt. „Maren hatte mich vergangenes Jahr angesprochen. Ich wollte sie auch trotz Elternzeit gerne unterstützen, letztlich habe ich dann eigentlich nur noch die fertige Arbeit zugesendet bekommen. Das hat Maren sehr eigenständig gemacht“, betont Wirausky.
Die offizielle Preisverleihung findet nach den Sommerferien im Landtag statt. Die eingereichten Arbeiten, so heißt es auf der Webseite der Körber-Stiftung, die das Projekt betreut, zeigten in beeindruckender Vielfalt, dass Grenzen weit mehr sind als geographische Linien. Dabei wirkten sie nicht nur als Barrieren oder Hindernisse, sondern auch als Räume der Begegnung, des Schutzes oder der Überwindung. Die Teilnehmer:innen hätten eindrucksvoll gezeigt, wie vielschichtig das Thema „Grenzen“ ist – und wie sehr es sowohl die Geschichte geprägt hat als auch die Gegenwart beeinflusst.
Und für Maren scheint die eigentliche Arbeit erst zu beginnen: „Mein Opa hat Artikel für die Pommersche Zeitung geschrieben und ich möchte nun seine Unterlagen, die er in Kladde geschrieben hat, aufarbeiten und meinen Teil zur Aufklärung beitragen, um den Vertriebenen eine Stimme zu geben.“
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