"Wehrpflicht in der philosophischen Diskussion" war das Thema der Tagung von Universität Göttingen und dem Fachverband Philosophie. Im Unterricht hatten sich die Schüler:innen des Philosophie-Leistungskurses des Jahrgangs 12 zunächst über den Pflichtbegriff dem Thema genähert. Was bedeutet es, zu etwas verpflichtet zu sein? Wie erkenne ich, was richtig ist, was falsch - und wo sind die Grenzen von Pflichten? Im Ethik-Semester stand dabei zunächst Kants Deontologie im Mittelpunkt. Kann eine Wehrpflicht auch eine moralische Pflicht sein? Ein Fokus lag auf Kants Formulierung der Menschheitszweckformel, die dann auch Eingang in die Überlegungen zu dem Workshop fand.
Auf einem "Schulstreik gegen die Wehrpflicht" sammelten die Kursteilnehmer:innen weiteres Material, das sie dann im Workshop präsentierten und gemeinsam mit den teilnehmenden Lehrkräften versuchten, für den Unterricht aufzubereiten. Slogans, Plakate, Statements. Deutlich wurde, dass die "Jungen Perspektiven auf Wehrpflicht" - so der Titel des Workshops - durchaus kontrovers sind. Während bei dem "Schulstreik" trotz einzelner Gegenstimmen eine klare, häufig aber auch nur wenig begründete Ablehnung der Wehrpflicht sichtbar wurde, sensibilisierten die Schüler:innen in ihrem Workshop die teilnehmenden Lehrkräfte, dass das Thema nicht nur einseitig betrachtet werden könne. Viele Schüler:innen hätten zwar eine Meinung, aber wüssten sie noch nicht zu begründen. Auch innerhalb des Kurses herrschte keine Einigkeit. Dass es durchaus auch "gerechte Kriege" geben mag und damit auch eine Wehrpflicht zu rechtfertigen sei, darüber referierte Philipp Gisbertz-Astolfi in seiner Vorlesung zu Beginn des Fachtags. In den Workshops wurde das Thema dann vertieft und Unterrichtsmöglichkeiten überlegt.
Neben der Workshopleitung hatten die Schüler:innen die Möglichkeit, Göttingen als Studienort oder das Forum Wissen zu erkunden. Seit 2024 ist das HAG ProPhil-Schule und setzt einen besonderen Schwerpunkt auf den Bereich Philosophie und Ethik.